Einleitung
Hessen hat sich wie die anderen Bundesländer verpflichtet, die KMK-Bildungsstandards zu übernehmen. Nationale Bildungsstandards formulieren verbindliche Anforderungen an das Lehren und Lernen in der Schule. Sie stellen damit innerhalb der Gesamtheit der Anstrengungen zur Sicherung und Steigerung der Qualität schulischer Arbeit ein zentrales Gelenkstück dar. Bildungsstandards benennen die wesentlichen Ziele der pädagogischen Arbeit, ausgedrückt als erwünschte Lernergebnisse der Schülerinnen und Schüler. Damit konkretisieren sie den Bildungsauftrag, den Schulen zu erfüllen haben: „Die Schulen sollen Kompetenzmodelle, Tests und die darauf bezogenen Informationen, Handreichungen und Fortbildungen als Wegbeschreibungen, als Orientierungshilfen, als Werkzeuge und Handlungsgerüste verstehen können und nicht als neuerliche Vorgaben oder verordnete Aufträge, die abzuarbeiten sind. Funktionen und Nutzen der Standards können die Schulen dann nachvollziehen, wenn sie den Rahmen und die langfristige Absicht kennen, nämlich den Schulen mehr Gestaltungsspielräume und Verantwortung zu übertragen. Das bedeutet, die Lehrkräfte in ihrer Professionalität anzusprechen und auf diese – mit klaren Erwartungen – zu vertrauen.“ (Klieme-Expertise)
Die jetzt vorgelegten Bildungsstandards stehen am Anfang einer Entwicklung. Darum hat die Kultusministerkonferenz von Beginn an deutlich gemacht, dass das von ihr gewählte Vorgehen der Standardentwicklung einerseits den praktischen Fortschritt bei der Vorlage bundesweit geltender Standards sicherstellen soll, andererseits jedoch auch jederzeit den Diskurs für notwendige Weiterentwicklungen offen hält. Zwischen der Vorgabe der Bildungsstandards und der geplanten Überprüfung im Jahre 2011/12 gilt es, die individuelle Umsetzung an den Schulen zu unterstützen und zu begleiten. Dies geschieht
• durch Fortbildungsmaßnahmen zur Befähigung der Lehrkräfte, die Chance, die in den Bildungsstandards steckt, für die Schülerinnen und Schüler sichtbar und nutzbar zu machen;
• durch externe Evaluation;
• durch Zielvereinbarungen und Wegbegleitung durch die jeweiligen Staatlichen Schulämter.
Während auf der einen Seite mit den Instrumenten der Bildungsplanung durch die Ausarbeitung jahrgangsstufenbezogener Erwartungshorizonte und durch die Zusammenstellung charakteristischer Aufgaben eine neue, auf den Bildungsstandards basierende Lehrplangeneration vorbereitet wird, müssen nahezu zeitgleich die Lehrkräfte und ihre Fachgruppen in die Arbeit mit den Bildungsstandards und kompetenzorientierten Unterrichtskonzepten eingeführt werden.

 
Organisation des SiNUS-Nachfolgeprojekts
Das neue Projekt „Implementation der Bildungsstandards Mathematik und Naturwissenschaften“ baut auf Erfahrungen aus den BLK-Modellversuchen SINUS und SINUS-Transfer sowie dem hessischen Fortbildungsprojekt Qualitätsinitiative SINUS auf und entwickelt Bewährtes weiter.
• Teilnehmende Fachgruppen Mathematik bzw. Naturwissenschaften profitieren von den Erfahrungen und Materialien aus dem SINUS-Projekt
• Schulinterne Fortbildungen sind verbunden mit der Planung, Durchführung und Reflexion von Unterrichtselementen in Teams.
• Schulen bzw. Teams aus Schulen kooperieren in einem regionalen Verbund.
• Schulprojektleiter an der Schule sind verantwortlich für die Durchführung des Projekts. Sie erhalten Unterstützung durch qualifizierende Fortbildung und Praxisbegleitung.
• Die Fachschaften erhalten Unterstützung für ihren fachlich bezogenen Schulentwicklungsprozess durch die MitarbeiterInnen in den Regionen.
• Die Lehrkräfte erhalten Gelegenheit zur Teilnahme an fachlichen Fortbildungen.
Dazu müssen sich die Schulen dieser Gestaltungsaufgabe bewusst sein, ihren spezifischen Arbeitsprozess planen und den Bedarf an Hilfestellung und Fortbildung den Unterstützungssystemen melden.
Die Implementation der Bildungsstandards ist als ein Projekt von Fachschaften zu sehen, in dem Formen und Materialien für einen kompetenzorientierten Unterricht erprobt und evaluiert werden und „auf längere Sicht“ (Klieme-Expertise) ein an den Bildungsstandards und an einem Kerncurriculum orientiertes Schulcurriculum entwickelt wird. Im Zentrum der Arbeit steht wie die Weiterentwicklung der Unterrichtskultur und der Kooperationskultur. Ziel des Fortbildungsprojekts ist es, die Schulen in bestimmten Phasen dieses Projekts zu unterstützen.